Navigationssysteme

Einbau-Navigationssysteme im Test – Kabelsalat ade!

Wer sich schon im Kabelsalat um den Zigarettenanzünder herum verheddert oder das mit Saugnäpfen leidlich befestigte Gerät im Fußraum gesucht hat, überlegt vielleicht, ob sich die Anschaffung eines Navigationssystems lohnt, das zum Einbau in den Doppel-DIN-Schacht seines Autos geeignet ist. Die marktführenden, mobilen TomTom-Navigationsgeräte sind schon für rund 150 Euro zu haben und liefern sich mit anderen mobilen Geräten einen Wettstreit um die neuesten und innovativsten Funktionen. Einbaugeräte hingegen bieten eine konstant hohe Qualität, halten jedoch in ihrer Funktionalität mit den mobilen Geräten nicht mit. Bei Preisen bis zu 1000 Euro sind diese Geräte eine größere Investition – auch wenn man bedenkt, dass diese modernen Navi- und Moniceiver nicht nur Navigation, sondern auch modernste HiFi-, Multimedia- und Freisprechanlagen in einem Gerät integrieren.Sony XNV L66BT 670 Test

Beim Vergleichstest von sieben Einbaugeräten des Magazins Connect zeigen sich so – wie zu erwarten – nur minimale Unterschiede. Alle getesteten Navis können sich über ein „sehr gut“ freuen. Alle Geräte verfügen über hochwertige Multimediafunktionen: Sie können iPhones steuern, verfügen über USB-Anschlüsse, Video-Eingänge, CD/DVD-Player, natürlich Bluetooth und Freisprechanlagen und das JVC KW-NT 30 sogar über einen SD-Karten-Slot. In der Multimedia-Ecke geht es hochwertig zu, aber es gibt keine großen Überraschungen.

Einzig das Sony XNV-L66BT sticht ein wenig hervor, da es sich der funktionalen Konkurrenz zu den mobilen Navis mithilfe eines banalen Tricks entledigt hat: Indem es in den fest verbauten Monireceiver ein TomTom Modul einbaut, das entnommen und am PC aktualisiert werden kann, verbindet es die neuesten Funktionen der beliebten TomToms – wie zum Beispiel Live-Dienste, HD-Traffic, Google-Zieleingabe und einen Wetterdienst – mit den Vorzügen des fest eingebauten Navigationsgeräts. Trotz dieser Trennung in der Hardware ist die Bedienung des Navis, der umfangreichen Multimediaeinheit, sowie der Bluetooth-Freisprechanlage wie aus einem Guss und kinderleicht, obwohl Sony Deutsch nicht als Menüsprache installiert hat.

Auch die anderen sechs getesteten Geräte setzen in der Navigation auf etablierte Anbieter. So vertraut das Clarion NX 501 E auf die iGo-Primo-Software, die in Großstädten zur Orientierung markante Gebäude in 3D darstellt. Dieses Navi grenzt sich durch ein besonders edles Design und eine an das iPhone erinnernde, intuitive Bedienung von den anderen getesteten Geräten ab. Das Kenwood DDX 4028 nutzt wieder die Karten von Garmin, auch wenn die Routenberechnung die eigenwilligste im Test war.

Der Hersteller exzellenter Autoradios Alpine zerstört mit dem INE-S 900R seinen Ruf in keiner Weise. Die Soundqualität ist grandios, egal ob man die Musik vom iPhone, Radio oder von CD hört. Der Wechsel zwischen Multimedia und Navigation gelingt mühelos, da beide Oberflächen nahezu perfekt in einem Gerät integriert sind. Zudem ist dieses Modell das schnellste in der Routenberechnung.

Bis auf Sony vertrauen alle getesteten Navigationssysteme auf die Stau- und Störungsmeldungen des TMC. Das Pioneer AVIC/F930 verschenkt hier ein paar Punkte, da es den TMC-Tuner als einziges Gerät nicht integriert, er muss extern angeschlossen werden. Das Zenec ZE-NC620D ermöglicht es hingegen, dass der Nutzer das integrierte TMC auf TMC-Pro nachrüstet.

So zeigt sich im Test, dass diese einbaufähigen Naviceiver in erster Linie keine modernen Navis sind, sondern sich vor allem für diejenigen eignen, die ihr Auto mit einer modernen Mulitmediaeinheit nachrüsten wollen – die auch eine verlässliche Navigation enthält.

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